Pflanzgefäße.

Fleischfressende Pflanzen eignen sich hervorragend für die Bepflanzung von Glas-und Kunststoffgefäßen.

In den Gefäßen ist die Luftfeuchte hoch, was den Pflanzen zugute kommt. Zudem ist auch mehr Erde vorhanden als in kleineren Töpfen, die Wurzeln können sich ausbreiten und das Mehr an Erde speichert länger Feuchtigkeit, was in der Urlaubszeit vorteilhaft ist.

Es sollte so gegossen werden, dass die Erde immer feucht ist. Bei längerer Abwesenheit, zum Beispiel während des Sommerurlaubes, kann das Gefäß zwei bis drei Zentimeter mit Wasser geflutet werden. Somit ist gewährleistet, dass die Pflanzen für zwei bis drei Wochen ausreichend mit Wasser versorgt sind. Fleischfresser sind Sumpfpflanzen, das Überangebot an Wasser ist nicht von Nachteil für sie.

Kannenpflanzen.

Am Ende jedes Blattes bildet die Pflanze sogenannte Kannen. Der Deckel über der Kanne schützt vor Regenwasser, an ihm wird Nektar ausgeschieden. Beim Ablecken dieses Nektars rutschen die Beutetiere an den glatten Wänden leicht ab und fallen in die Verdauungsflüssigkeit, worin sie aufgelöst werden. Die Kannenpflanze oder Nepenthes ist eine tropische Pflanze. Sie liebt es warm und feucht. Um Kannen ausbilden zu können, benötigt sie hohe Luftfeuchtigkeit. Besonders gut wächst sie in Glasvitrinen oder Terrarien an einem West- oder Ostfenster. Wenn es ihr darin zu eng wird, kann sie zurück geschnitten werden. In ihrer Heimat Südostasien gibt es ca.77 Arten.


Tipp:
Wenn die Kannenpflanze zu hoch wird und die Kannenbildung nachlässt,empfiehlt es sich, die Triebspitze abzubrechen. Dadurch kann die Pflanze nicht mehr nach oben wachsen und steckt ihre Kraft in die Kannenbildung. Dieses „Abbrechen“ ist höchstens ein bis zwei Mal im Jahr sinnvoll.

Venusfliegenfalle.

Diese beliebte Pflanze hat ihre Blätter zu einer Klappfalle ausgebildet, auf deren Innenseite sich sechs kleine Kontakthärchen befinden. Die Falle produziert Nektar, wodurch Insekten angelockt werden. Beim Ablecken des Nektars berührt z.B. eine Fliege die Kontakthärchen und die Falle schnappt schnell zu. Die Pflanze prüft nun, ob in der Falle ein Insekt ist. Wenn dies der Fall ist, so werden Enzyme ausgeschieden, welche die Beute auslaugen. Übrig bleibt nur der unverdauliche Chitinpanzer. Dieser Prozess dauert etwa eine Woche. Jedes Fangblatt der Fliegenfalle kann nur ca. sechs Mal zuschnappen, dann stirbt es ab! Deshalb sollten die Fallen nicht unnötig gereizt und geschlossen werden. Es schadet der Pflanze und kann sogar zum Absterben der Pflanze führen. Die Fliegenfalle liebt stets feuchte Erde. Der Topf sollte nie austrocknen! Sie liebt die Sonne und weiches Gießwasser, am besten Regenwasser. Im Herbst, wenn Licht und Insekten weniger werden, zieht sie sich in ihr Rhizom zurück. Nun sollte sie auch immer feucht, wenn möglich an einem etwas kühleren Fenster, hell überwintert werden. Im nächsten Frühjahr treibt sie dann wieder aus. Die Heimat der Fliegenfalle (Dionaea muscipula) ist die Ostküste der USA.

Fettkraut.

Dem Fettkraut dienen seine fettig-klebrigen Blätter zum Insektenfang. Die Beutetiere, meist kleinere Insekten, werden vom Glanz und Duft der Fangorgane (Blätter) angelockt. Haben sie sich erst einmal auf dem Blatt niedergelassen, so gibt es kein Entkommen. Sie kleben fest und werden durch Verdauungssäfte ausgelaugt. Das Fettkraut treibt sehr viele Blüten, deren Blühdauer sich über mehrere Wochen erstreckt. Viele Arten kommen aus Mexiko. Weltweit gibt es ca. 70 Arten. Das Fettkraut liebt es nicht ganz so nass wie die anderen fleischfressenden Pflanzen. Es sollte wie eine normale Zimmerpflanze gegossen werden. Als Standort wird ein halbschattiger Fensterplatz bevorzugt. Bei direktem Sonnenschein kann es einen Sonnenbrand bekommen.

Sonnentau.

Ihm gehen die Fliegen buchstäblich auf den Leim. Seine Blätter besitzen hunderte von beweglichen Härchen, an deren Ende ein klebriges Sekret einen süßen Nektartropfen vortäuscht. Berührt ein Insekt dieses zähe Sekret, so wird es festgehalten und ein Entkommen ist meist unmöglich. Andere Klebehaare greifen dann nach der Beute und schließlich wird sie langsam vom gesamten Blatt umschlungen. Durch Verdauungssäfte saugt die Pflanze ihre Beute aus. Übrig bleibt nur der unverdauliche Außenpanzer der Insekten. Es gibt ca.160 verschiedene Sonnentauarten. Im Fachhandel wird am häufigsten Drosera capensis verkauft. Diese Sonnentauart ist sehr pflegeleicht. Besonders wichtig ist reichlich Wasser. Insbesondere im Sommer sollte der Topf immer in 1cm Wasser stehen. Da die Sonnentaugewächse reichlich blühen, sollten die Blütenstängel beim Verblühen der letzten Blüte herausgeschnitten werden, damit die Pflanzen besser wachsen und neue Blüten bilden können. Drosera aliciae kommt, wie Drosera capensis, aus Südafrika und hat daher die gleichen Ansprüche. Beide wachsen im Winter weiter und sollten bei Zimmertemperatur gehalten werden.

Schlauchpflanze.

Ihr fallen die Fliegen regelrecht in den Schlund. Aus den Schläuchen austretender Nektarduft lockt die Insekten zum Eingang der Falle. Bei der Nektaraufnahme an der glatten Schlauchinnenseite rutschen sie meist in die Falle hinab und ertrinken schließlich in der Verdauungsflüssigkeit. Verschiedene Arten machen eine Ruhephase in den Wintermonaten. Die Schlauchpflanzen blühen im zeitigen Frühjahr. Ihre Blüte duftet besonders intensiv. In ihrer Heimat Nordamerika gibt es 8 Arten, aus denen viele Kreuzungen gezüchtet wurden. Die Schlauchpflanzen können recht groß werden, weshalb man sie öfter umtopfen sollte. Besonders die großen Pflanzen brauchen in den Sommermonaten sehr viel Wasser. Die Schlauchpflanzen eignen sich auch sehr gut für die Freilandkultur im Moorbeet.


Tipp:
Wenn eine Pflanze wegen Trockenheit welkt, Topf ins Wasser eintauchen bis keine Luftbläschen mehr emporsteigen. Dies bringt oft die Rettung der Pflanze.

Wasserschlauch.

Er besitzt winzig kleine Fangblasen in der Erde. Die Fangblasen stehen unter Vakuum. Sobald ein winziges Bodenlebewesen die Kontakthärchen am Falleneingang berührt, öffnet sich der Blaseneingang und die Beute wird eingesogen. Über der Erde bildet der Wasserschlauch verschwenderisch viele, fallenlose Blüten. Es gibt ca.270 Wasserschlaucharten, wobei einige davon auch schwimmend im Wasser vorkommen.

Zum Seitenanfang