Karnivoren sind Sumpfpflanzen, sie lieben es feucht!

Man sollte sie also immer feucht halten, ganz besonders an heißen Sommertagen. Am einfachsten kann man die Pflanzen feucht halten, wenn man den Topf in einen Untersetzer oder Übertopf stellt und stets für eine ausreichende Wasserversorgung sorgt.

Gießen

Das Gießwasser sollte salzarm sein, am besten verwendet man Regenwasser.Alternativ kann auch destilliertes Wasser, mit Leitungswasser im Verhältnis 2:1 gemischt, genutzt werden.

Gutes Gießwasser hat max. 8 Grad deutsche Härte und max. 200 Mikrosiemens Leitwert. Informationen über Ihr örtliches Leitungswasser, können Sie bei Ihrem Wasserversorger erfragen.


Insektivoren lieben große Töpfe

Das Mehr an Erde puffert gegen ungeeignetes Gießwasser und Trockenheit.

Umtopfen

Die Wurzeln können sich ausbreiten und die Pflanzen machen oftmals einen Wachstumsschub nach dem Umtopfen. Nur Spezialerde verwenden! Bei handelsüblichen Erden ist die Salzbelastung zu hoch und der PH-Wert liegt im falschen Bereich.

Allgemeines

Wenn Tiere Pflanzen fressen, ist das nichts Aufregendes.

Fressen jedoch Pflanzen Tiere, ist das außergewöhnlich. Fleischfressende Pflanzen sind auf allen Kontinenten zu finden. Sie leben in nährstoffarmen Mooren oder an kargen Standorten. Die Pflanzen können ihrem Standort nur wenige Nährstoffe entziehen, deswegen müssen sie sich der "vorüber fliegenden" Nährstoffe bedienen. Sie haben ihre Blätter zu raffinierten Todesfallen umgebildet. Durch süßen Nektarduft und prächtige Farben verheißen die Pflanzen den Insekten besonderen Genuss. Doch die Verführung führt zum Tode. Statt Nektar zu saugen, wird das Insekt selbst ausgesaugt. So versorgen sich die Fleischfressenden Pflanzen mit zusätzlichen Nährstoffen.

Standort

Alle Insektivoren lieben einen hellen Fensterplatz, wobei die Himmelsrichtung keine Rolle spielt.
Besonders gut wirkt sich hohe Luftfeuchtigkeit auf die Pflanzen aus. Dies kann man durch große Untersetzer erreichen in denen stets etwas Wasser steht, oder indem man die Pflanzen in ein gläsernes Terrarium pflanzt. Dieses Terrarienklima lieben die Pflanzen. Durch das große Erdvolumen können sich die Wurzeln besser ausbreiten, die Erde speichert mehr Wasser und gibt stets Wasser an die Pflanzen ab. Durch das Glasgefäß ist die Luftfeuchte erhöht, was den Pflanzen sehr gut tut.
Zum Bepflanzen eines Terrariums benutzen Sie am besten unsere Spezialerde für Fleischfressende Pflanzen.Sollten Sie diese nicht bekommen, so nehmen Sie reinen Naturtorf ohne Dünger! In der frostfreien Zeit kann man die Pflanzen auch halbschattig im Garten aufstellen. Freilandkultur im Sumpfbeet oder der Moorecke am Gartenreich ist mit Sarraceniapurpurea, Droserabinata und der Venus-Fliegenfalle möglich. Die Pflanzen sollten hierfür im Mai/Juni ausgepflanzt werden.


Überwinterung

Sarracenia, die Schlauchpflanze, und Dionea, die Venusfliegenfalle, sollten möglichst kühl überwintert werden z.B.an einemungeheiztenTreppenhausfenster. Sonnentau, Fettkraut, Kannenpflanze und der Wasserschlauch können bei normaler Zimmertemperatur, hell und feucht überwintert werden.


Merke: Fleischfresser sind Sumpfpflanzen. Immer feucht haltenund mit weichem Wasser (Regenwasser) gießen. Heller Standort, kein Dünger verwenden!

Pflegetipps

Fleischfressende Pflanzen sind einfach zu kultivieren. Als Sumpfbewohner lieben sie alle die Feuchtigkeit und können auch über längere Zeit, zum Beispiel während des Urlaubs, Staunässe vertragen. Verwenden Sie Regenwasser, das ist am Besten geeignet! Steht Ihnen dies nicht zur Verfügung, so mischen Sie destilliertes oder entmineralisiertes Wasser mit Leitungswasser im Verhältnis 2:1. Haben Sie ein sehr weiches Leitungswasser unter 10° deutsche Härte (kann beim Wasserwerk erfragt werden) so verwenden Sie 50% davon. Hartes und sehr hartes Gießwasser ist für Karnivoren ungeeignet. Die Pflanzenerde sollte stets feucht sein. Bei sehr großen Pflanzen z.B. Sarracenia oder bei den Sonnentauarten darf immer etwas Wasser im Untersetzer stehen.

Dünger vertragen die Fleischfresser nicht. Sie versorgen sich über die gefangenen Insekten mit den nötigen Nährstoffen. Selbstverständlich können sie auch gefüttert werden, hierbei kann genau beobachtet werden wie die Pflanze ihre Beute verdaut. Allerdings sollten die Pflanzen mit gefangenen Insekten auch nicht überfüttert werden. Fleischfressende Pflanzen haben, wie alle anderen Pflanzen, grüne Blätter, mit deren Hilfe sie assimilieren. Deshalb verhungern sie nicht, wenn sie keine Beute bekommen!

Grundregeln für Anfänger!

1. Nur mit weichem Wasser gießen (Regenwasser, destilliertes Wasser).
2. Nicht Düngen!!!
3. Nur in Spezialerde umtopfen.
4. Den Pflanzen immer ausreichend große Töpfe oder Gefäße zur Verfügung stellen.
5. Trockene Heizungsluft vermeiden (brauchen erhöhte Luftfeuchtigkeit).
6. Karnivoren niemals aus der Natur entnehmen.

Die Kannenpflanze wächst zu sehr in die Länge?

In diesem Fall empfehlen wir, die Triebspitze auszubrechen und die Luftfeuchte nach Möglichkeit zu erhöhen. Das Ausbrechen der Triebspitze schadet der Pflanze nicht, es hemmt sie nur temporär (einige Monate) im Längenwachstum, die Wuchskraft geht in die Kannenbildung.Nach ein paar Wochen treibt die Pflanze unterhalb der abgebrochenen Triebspitze wieder neu aus. Diese Maßnahme sollte nur zweimal pro Jahr durchgeführt werden.

Venus Fliegenfalle (Dionaea muscipula) bekommt schwarze Blätter?

Generell sind schwarze Blätter an der Venus Fliegenfalle normal, da die Blätter nach mehrmaligem Schließen absterben und somit braun oder schwarz werden. Zum Winter hin wirft die Pflanze ihre Sommerblätter ab und macht eine kleinere Winterrosette. Je tiefer die Temperatur im Raum fällt, desto mehr zieht sich die Pflanze in ihr Rhizom zurück. Im Frühling treib sie erneut aus.

Kann ich meine Karnivoren über Sommer ins Freie stellen?

Im Sommer ist es durchaus möglich, Fleischfressende Pflanzen im Freien zu kultivieren. Am besten an einem halbschattigen Platz. Wenn im Herbst die Nachttemperaturen auf unter acht Grad Celsius sinken, sollte man die Pflanzen wieder herein holen.

Welche Karnivoren Arten überstehen in Deutschland den Winter im Freien?

Heimische Sonnentauarten zum Beispiel: Droserarotundifolia und Droserabinata, eine australische Art, manche Arten der Schlauchpflanzen (Sarracenia) und die Venusfliegenfalle (Dionaea muscipula).

Wo kann ich fleischfressende Pflanzen Spezial Erde kaufen?

Spezialerde für fleischfressende Pflanzen ist in Blumenfachgeschäften, Gartencentern und manchen Baumarktgartencentern erhältlich. Achten Sie hierbei auf den Hinweis "Spezialerde für fleischfressende Pflanzen".

Frostschutz für Freiland Karnivoren!

Der beste Frostschutz für ein Moorbeet ist Schnee. Bei Kahlfrösten (Frost ohne Schneebedeckung des Bodens) bietet sich eine Abdeckung mit Tannenzweigen an. Ungeeignet sind Plastikfolien!

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